Postao/la dbriseva » 21 ruj 2009, 23:07
"Dann sind wir der reichste Verein der Welt"
'Dann sind wir der reichste Verein der Welt'
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So schnell kann es gehen. Vor genau einem Jahr herrschte bei den Bayern das pure Chaos. Ganz Deutschland lachte über Klinsis Buddhas und die 2:5-Pleite zum Wiesn-Auftakt gegen Bremen. Die Münchner schlitterten in eine der turbulentesten Spielzeiten ihrer Geschichte, die in peinlichen Vorführungen durch Wolfsburg und Barcelona gipfelte.
12 Monate später schwärmt Manager Uli Hoeneß von einem "guten Herbst für den FC Bayern". Spielerisch versprühen die Stars um Ribery & Robben noch nicht den großen Glanz, doch die Richtung unter dem neuen Trainer Louis van Gaal stimmt nach vier Siegen in Serie. Wichtiger als die sportlichen Erfolge sind aber Hoeneß' Triumphe am Verhandlungstisch, die den FC Bayern zurück auf Europas Thron führen könnten.
"Wir machen uns Gedanken, wie wir den FC Bayern auch wirtschaftlich in die Champions League bringen können", so Hoeneß. Um dies zu realisieren, verkaufen die Münchner zehn Prozent der Anteile an der FC Bayern AG an Audi. Dafür lässt der Autokonzern 100 Millionen Euro springen. "Das ist ein tolles Zeichen, wenn sich solche Weltfirmen zu so einer Partnerschaft bereit erklären - gerade in so einer Zeit der Wirtschaftskrise", sagte Hoeneß der 'Süddeutschen Zeitung'.
Dazu wird Hauptsponsor Telekom den zum Saisonende auslaufenden Vertrag "um drei Jahre und zu sehr ordentlichen Bedingungen" verlängern, so Hoeneß. Schon jetzt überweist die Telekom jährlich 20 Millionen Euro. So wird die Jahreshauptversammlung am 27. November eine reine 'Triumph-Veranstaltung', denn dann möchte Hoeneß die beiden Mega-Deals offiziell verkünden und sich anschließend zum Präsidenten wählen lassen.
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Angesichts der momentan niedrigen Zinsen wollen die Bayern das Geld "vorwiegend dazu nutzen, die Stadion-Kredite schneller zurückzuzahlen". Noch berappen die Münchner jährlich rund 30 Millionen Euro für die Allianz-Arena. Die Finanzierung ist auf 18 Jahre ausgelegt - nun sei ein Zeitraum von zehn Jahren denkbar. "Ein schuldenfreies Stadion wäre natürlich ein Traum", wird Hoeneß von der 'Süddeutschen' zitiert, "dann sind wir der reichste Verein der Welt."
Im vergangenen Jahr betrug der Umsatz der Bayern 295,3 Millionen Euro. Nur Real Madrid, Manchester United und der FC Barcelona strichen mehr ein. Sobald die Arena abbezahlt ist, fließen die Ticket-Einnahmen und die Stadionmiete durch 1860 München direkt ins Vereinssäckle. "Dieses Geld können wir dann ins Team stecken", so Hoeneß.
Das Ziel des (Noch-)Managers ist klar: Hoeneß möchte die Bayern zurück an Europas Spitze führen. Die Voraussetzungen dafür sind so gut wie seit ewigen Zeiten nicht mehr. Während bei den Münchnern die Kassen klingeln, leiden die von ausländischen Investoren abhängigen europäischen Top-Klubs unter der Wirtschaftskrise.
Und dann kommt auch noch die UEFA ins Spiel. Im europäischen Wettbewerb soll schrittweise ein Finanzkontrollsystem eingeführt werden, das an das Lizenzierungsverfahren der Bundesliga angelehnt ist. Ab 2012 dürfen die Klubs nur noch so viel ausgeben, wie sie aus dem Bereich Fußball einnehmen - das wäre das Ende für die englischen und spanischen Spitzenklubs. Hoeneß wird es mit einem Schmunzeln genießen.
Fiat iustitia et pereat mundus!